Weil mein Chef seine Terminplanung mal wieder immer noch nicht im Griff hat, sitze ich heute mal wieder fast bis Sonnenaufgang im Büro hinter meinem Schreibtisch meiner IKEA-Arbeitsplatte, während alle meine Freunde gemeinsam Beltane feiern.
Seit Jahren treffen wir uns immer zur Walpurgisnacht, und wandern mit Sack und Pack durch den Abend zu unserem kleinen Lagerfeuerplatz auf einem Hügel mitten im Wald. Auf Wolldecken machen wir es uns dort um ein kleines Feuer bequem. Aus dem selbst mitgebrachten, trockenen Feuerholz entsteht selbst bei Regen genug Glut, um kleine Würstchen, Gemüse oder Stockbrot zu grillen. Wenn es dunkel wird, werden ein paar Lampenöl-Fackeln entzündet. Wenn Poki dabei ist, gibts sogar selbstgemachte Musik aus der Gitarre. Oder wir tanzen zwischendurch zu Estampie, Qntal und ähnlichen Tönen vom tragbaren CD-Player. Irgendwann vor der Morgendämmerung packen wir dann alles wieder ein. Wir löschen die Reste des Lagerfeuers und vergraben die Asche. Dann machen wir uns im Schein der Ölfackeln auf den Weg zurück durch den nächtlichen Wald.
Das schönste an so einem Abend ist es immer gewesen, mal wieder in aller Ruhe mit wirklich guten Freunden über Gott und die Welt zu sprechen, und über alles, was den einen oder anderen gerade bewegt.
Chef, ich hätte das wirklich mal wieder gebraucht. Und du bist sogar noch zum Feiern nach Kiel gefahren, und hast mich allein im Büro sitzen lassen. Ein echter Freund – so einer wie der Poki – hätte das niemals gemacht.
